Heinrich Margulies (1890 - 1989)

 
 

Geburt

 

1890, 2 Juli, Sosnowiec, Poland
(Ober Schlesien/Upper Silesia, zu der Zeit Teil des Russisch-Polens).

Eltern

Vater : Moritz Margulies
Mutter: Clara Sussman

Geschwister

1869 Anna Margulies
1871 Isidor Margulies
18?? Julius Margulies
18?? Siegmund Margulies
1876 Isabella Margulies
1877 Emil Margulies
1889 Hans Margulies
1890 [Selbst]




 
 

Heirat

Marriage Certificate

1) 1915 Nanny Auerbach , in Berlin, Deutschland

Kinder

[Privat]




 

2) 19?? Anne Stern

Kinder

[Privat]




 
 

Tod

 

1989 Kiriat Tivon, Israel

Heinrich Margulies wurde in Sosnowice/Sosnowitz geboren. In 1895 zog die Famile nach Kattowice/Kattowitz. Hier ging Heinrich in die Oberrealschule, mir (u.a.) Arnold Zweig.

Studierte in Leipzig und Berlin und wurde Ökonom. Er war auch Redakteur für die "Wiener Morgenzeitung". In 1925 emigrierte er nach Palästina, wo er ein Direktor der Anglo-Palästina Bank wurde. [1][2]
Heinrich Margulies (Margalit)(1889 Sosnowice/Polen -1989 Kiriat Tivon): zionistischer Publizist; Studium in Leipzig und Berlin; 1919 Redakteur der Zeitschrift JÜDISCHE JUGENDBLÄTTER (Wien); seit 1919 Redakteur der "Wiener Morgenzeitung"; Fabriksleiter in Berlin und Bankdirektor; 1925 Übersiedelung nach Palästina; Namensänderung: MARGALIT; Direktor der Bank Leumi Lejisrael [Anglo-Palestine Bank]; Übersiedelung nach Kiriat Tivon; seit 1956 wissenschaftliche Arbeit, u.a. Studium der altsemitisch und sumerischen Kulturkreise; Veröffentlichungen [sehe unten] [8, Fußnote 175].
Wegen dieser Referenz zur Wiener Morgenzeitung bin ich unsicher: die meisten Quellen dazu (die ich bis jetzt gesehen habe) erwähnen nur seinen Bruder Isidor in diesem Hinsicht. Allerdings, die Referenz zur "Jüdisch Jugendblätter" wird auch hier[8, Footnote 153] erwähnt.


Heinrich scheint ein paar Kontroverse angezettelt zu haben. Hier zwei Beispiele:

In 1915 ...
Andere kriegsbegeisterte deutsche Zionisten wie Heinrich Margulies veröffentlichten in der Jüdischen Rundschau Artikel mit zündenden Überschriften wie "Der Krieg und die Zurückgebliebenen" oder "Wir und der Krieg". [...] Gershom Scholem schrieb einen wütenden Brief an die Redaktion, der von 15 Mitgliedern der kleinen zionistischen Vereinigung "Jung-Juda" unterzeichnet war, die den Krieg radikal ablehnte. Dieser Leserbrief wurde nie angedruckt. Aber der Präsident der Zionistischen Vereinigung Deutschlands, Arthur Hantke, ließ Scholem und zwei weitere Unterzeichnete zu sich bestellen. Hantke befürchtete, dass wenn dieser Brief veröffentlicht würde, die Zionistische Vereinigung in Deutschland wegen unpatriotischer Äußerungen verboten würde.[6]

In Mai 1918 hielt der deutsche Philosophe Martin Buber eine Rede beim "Jüdischen Jugendtag" in Wien. Heinrich sprach dort gegen mancher Ideen Bubers:
Although I didn't find his speech - or indeed the figure of this Heinrich Margulies - particulary sympathetic, in my opinion his objection does have some merit[8].
Der zweite Generalredner, Herrn Heinz [!] Margulies, versuchte mit aggressiver Impulsivität die Ausführungen von Dr. [Robert] Weltsch zu widerlegen und polemisierte gegen Bubers Einfluß in der jüdischen Jegendbewegung, da dessen mißverstandene Ideen üble Folgen haben können. [6, Footnote 175]
... Heinrich Margulies, whose article caused Scholem's first anti-war activity, turned against his mentor at a youth conference after the war. Margulies accused Buber of "spiritualizing" Zionism (Vergeistung des Zionismus), presumably by ignoring the need for a concrete program of emigration to Palestine.[8]

Memo to self: Expand the controversies.

Update: December 2015
In 2011 Vera Regine Röhl contacted me through the website. She had found this website in the course of her researches for her dissertation on Heinrich Margilies. In 2014 she published her dissertation as a book:

"Es gibt kein Himmelreich auf Erden", Heinrich Margulies - ein sekulär Zionist [9]

Vera has provided me (in e-mails and through her book) more details of Heinrich's life, which now appear here on the website. If you can read german, then I can recommend that you read this book for a very detailed account of the above mentioned controversies.

After obtaining his "Abitur" (secondary school diploma / UK eqivalent : 'A' levels) he worked for the Bresaluer Diskontbank and then studied in Leipzig. But after nearly a year there, he had to break off his studies in 1910 (perhaps his father couldn't finance them anymore ? [9, p.43] and he returned to Breslau, to work for the Bank.

In 1913 he then moved to Berlin.

Damals war Margulies Vorstandsmitglied und stellvertretender General Direktor der Engelhard-Brauerei in Berlin gewesen und wurde im Laufe des Jahres 1923 von seinem Arbeitgeber nach Mailand geschickt, [...] 1923. [9, s.273] br /> ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
At that time Margulies was a board member and assistent general manager of the Engelhard Brewery in Berlin and in 1923 he was sent by his employers to Milan [...].

Memo to self: what happened (professionally) from 1913 to 1923 ?


He was called up in 1916.

Memo to self: War-time experiences ?


In 1923 he was appointed managing director ("Consiegliere Delegato") of the "Societa per l'Indistria Birraria", a Berlin-Vienna subsidiary of the Engelhardt-Brauerei. In 1925 he was already planning to emigrate to Israel, hoping to work for the Anglo-Palestine-Company, later Anglo-Palestine Bank (A.P.B. In 1948 this became the Israel National Bank, the Bank Leumi leIsrael). He finally managed to get a visa in September 1925, with Nanni and his three children following him in December 1925. [9, s.273f]


After the war he was sent on research trip to the USA. Here he spent several months studying methods for financing small and medium sized industrial firms and operations.


Für drei Jahren, ab 1953, wurde er zum Wirtschaftlichen und Finanziellen Berater der Israelischen Botschaft in London ernannt.

Mein Vater erinnert sich daran: als wir noch in einer Sozialwohnungen in Bristol wohnten, kam eines Tages eine große Limousine, mit CD-Kennzeichen, und Israelischen Flaggen, vorbei. Es war Heinrich, die meine Eltern für einen Wochen(end ?)-Besuch im Savoy Hotel in London abholte.
(Nachträgliche Überlegung: Eventuell war es nur eine Visite zu einem Restaurant in Bristol. Das Gedächtnis Mein Vater bzw. seine Schilderungen waren nicht immer zuverlässig !)

Zurück in Israel in 1956 trat er von seinen Aktivitäten in der finaziellen Sektor zurück, um auf seine literarischen Werken zu konzentrieren.
Der Jüngste [Bruder], Heinrich, kam unter dem Einfluss der beiden älteren Brüder bereits in die zionistische Jugendbewegung, in der er sich hervortat, veröffentlichte als jünger Mann eine zweibändige "Kritik des Zionismus" und übersiedelte bald nach dem ersten Weltkrieg nach Erez Israel, wo er ein führender Volkswirtschaftler geworden ist. Trotzdem er in der Finanzwirtschaft des Landes eine nicht unbedeutende Position einnimmt - er ist einer der Direktoren der Anglo-Palestine Bank Ltd., - lockt es ihm immer noch zu literarischen und archäologischen Studien zurück. Kürzlich erschien von ihm im Verlage "Dwir", Tel Aviv, unter dem Pseudonym H. Owadja eine interessante archäologische Forschung "Paroh schebijmej Josef" (Der Pharoa des Joseph". [3]


Laut Mein Vater hatte meine Großmutter, Minna, ein Photographie mit Titel: "Die Gründer Israels" (oder etwas ähnliches) und entweder Emil oder Heinrich war auf dieser Photo. (ich vermute eher Heinrich).

Sehe auch die Margulies Familiengeschichte: Moritz Margulies und Clara Sussman
Anzeige in der Jüdische Zeitung 1919, Vol. 39 Anzeige in der
"Jüdische Zeitung",
24. Sept. 1919
Veröffentlichungen:

Heinrich war ein "Vielschreiber". Im Katalog[4] der Central Zionist Archives (CZA), Jerusalem wird er mit 4.2 laufende Meter archivierte Materialien aufgelistet ! Als Vergleich: sein Bruder Emil wird mit 0.2m. aufgeführt.

In einer privaten Konversation mit Vera Röhl hat Heinrichs Sohn Othniel seinen Vater schmunzelnd als "Scriptoman" und "Schreibteufel" beschrieben.[9, p.17]

Einige seiner bekanntestenNOTE1A1 Werke:

NOTE1A1 (d.h. die, die am häufigsten in eine Internet-Suche referenziert werden)
Referenzen:

  1. Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918-1845, K.G.Sauer Verlag, München, 1988
  2. Jüdisches Lexikon, 1927
  3. Dr. Emil Margulies, Ein Lebenskampf für Wahrheit und Recht, Faerber, 1949, Tel Aviv
  4. Guide to the archival record groups and collections, Central Zionist Archives, 2003
    (available on the internet as a PDF-file )
  5. Wien und die jüdische Erfahrung 1900-1938, Frank Stern, Barbara Eichinger, 2009, ...
  6. Chanukka und der Zionismus in Deutschland , Klaus Davidowicz, in DAVID - Heft Nr. 75 - Dezember 2007
  7. Eugen Hoeflich (Moshe Ya'akov Ben-Gavriêl), Tagebücher 1915-1927, Böhlau Verlag, Wien, 1999
  8. Gershom Scholem: Kabbalah and Counter-History, David Biale, Harvard University Press, 1982
    (Exerpts avaialble on the internet)
  9. Vera Regine Röhl: "Es gibt kein Himmelreich auf Erden" - Heinrich Margulies - ein säkularer Zionist. Königshausen und Neumann, Würzburg 2014
Weitere Quellen:
Oral History
Internet research
Biographical notes from one of his books

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